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Vermutungen und Mutmaßungen

Modalverben können – besonders in ihrer Konjunktiv II-Form – benutzt werden, um Vermutungen oder Mutmaßungen auszudrücken.
Je nachdem, welches Modalverb eingesetzt wird, drückt der Sprecher aus, wie wahrscheinlich die Aussage für ihn ist:


Der Roboter Atlas muss der intelligenteste Roboter sein. (sehr sicher)
Der Roboter Atlas ist bestimmt der intelligenteste Roboter.

Der Roboter Atlas müsste der intelligenteste Roboter sein. (sicher)
Der Roboter Atlas ist sehr wahrscheinlich der intelligenteste Roboter sein.

Der Roboter Atlas dürfte der intelligenteste Roboter sein. (wahrscheinlich)
Der Roboter Atlas ist vermutlich der intelligenteste Roboter.

Der Roboter Atlas könnte der intelligenteste Roboter sein. (möglich)
Der Roboter Atlas ist möglicherweise der intelligenteste Roboter.

 

Die subjektiven Modalverben 'sollen' und 'wollen'

Das Modalverb sollen wird oft benutzt, wenn der Sprecher eine Aussage macht, die er von einer anderen Person gehört hat. Der Sprecher ist sich nicht sicher, ob diese Aussage richtig ist.
Der Roboter Atlas soll der intelligenteste Roboter sein. (Der Sprecher hat gehört oder gelesen, dass der Roboter Atlas der intelligenteste Roboter ist. Er ist aber nicht sicher, ob das auch stimmt.)
Die Brennstoffzelle soll bald in Serie produziert werden.

Wenn der Sprecher eine Aussage über ein Ereignis in der Vergangenheit macht, wird der Satz mit sollen folgendermaßen gebildet:
Die Form von sollen + Partizip des Verbs + sein oder haben
Peter H. soll schon früher über alternative Antriebe geforscht haben.

Das Modalverb wollen wird manchmal verwendet, wenn ein Sprecher etwas wiedergibt, das eine andere Person von sich behauptet. Dem Sprecher erscheint diese Behauptung zumindest zweifelhaft. 
Paul H. will den intelligentesten Roboter erfunden haben. (Paul H. behauptet, dass er den intelligentesten Roboter erfunden hat. Diese Aussage ist aber nicht gesichert, d.h. der Beweis, dass das wirklich so ist, fehlt.)
Carla M. will die erste bionische Prothese gebaut haben.

Fast immer gibt man mit wollen nur Behauptungen wieder, die ein Ereignis in der Vergangenheit betreffen.
Die Bildung des Satzes sieht dann folgendermaßen aus:
Die Form von wollen + Partizip des Verbs + sein oder haben
Klaus M. will früher als ein Ingenieur gearbeitet haben.

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